So kommt der Strom vom Dach ins Haus

Gerade angesichts der Herausforderungen, die die Energiewende mit sich bringt, entscheiden sich immer mehr Hauseigentümer und Bauherren dazu, selbst Antworten auf die Energiefragen der Zukunft zu liefern.



1Was ist eine Solaranlage und wie funktioniert sie?
Die Solar- oder Fotovoltaikanlage ist eine technische Anlage, die Sonnenstrahlen in elektrische Energie umwandelt. Die Anlagen erzeugen durch die Sonneneinstrahlung sogenannten Gleichstrom. Nimmt die Sonneneinstrahlung ab oder wird die Sonne von Wolken verdeckt, fällt die Erzeugung von Energie geringer aus. Damit eine Solar- oder Fotovoltaikanlage Energie erzeugen kann, ist sie mit Solarzellen ausgestattet.

Diese Solarzellen sind in große Module zusammengefasst. Die einzelnen Zellen der Module bestehen in der Regel aus einer dünnen, nicht kristallinen (amorphen) Siliziumschicht. Die modernen Solarzellen setzen sich aus drei Schichten zusammen. Dies sind die negativ-dotierte Schicht, die p-dotierte Schicht und die Grenzschicht mit gesättigten Silizium-Atomen. Treffen die Sonnenstrahlen auf die Solarzellen, lösen sich die Elektronen auf der p-dotierten Schicht. Durch das Ableiten der Elektronen wird elektrischer Strom erzeugt.
2Wo wird eine Solaranlage platziert?
Eine Solar- oder Fotovoltaikanlage kann im Grunde genommen an jedem Platz installiert werden. Eine Dachfläche, ganz gleich ob Schräg- oder Flachdach bietet sich allerdings an, weil sie normalerweise ungenutzt sind. Da die Module mehr als 20 Jahre auf einem Dach angebracht werden, spielt die richtige Installation eine sehr wichtige Rolle. Besonders in den südlichen Teilen Deutschlands ist im Winter mit einer hohen Schneelast zu rechnen.

Damit die Solarmodule keinen Defekt erleiden und auch im Winter ausreichend Strom erzeugen, muss der Fachmann auf den Neigungswinkel achten. Auch die Windlast muss bei der Installation berücksichtigt werden. Die Anlage muss so installiert werden, dass sie der Belastung durch den Winddruck und den Sog standhält. Dies geschieht oftmals durch den Abstand zur Dachfläche.
3Was geschieht mit dem erzeugten Strom einer Solaranlage?
Der erzeugte Strom aus der Solar- oder Fotovoltaikanlage kann vom Erzeuger entweder selbst verbraucht oder auch ins öffentliche Netz eingespeist werden. Der erzeugte Gleichstrom wird nach der Erzeugung mittels eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt. Wer seinen erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeist, benötigt einen Einspeisezähler.

Dieser Zähler misst den Strom, der ins Netz gelangt. Der Zählerstand ist die Abrechnungsgrundlage für die sogenannte Einspeisevergütung. Wer seinen erzeugten Strom selbst verbraucht, benötigt nur einen Wechselrichter. Mittlerweile ist es auch möglich, den erzeugten Strom zu speichern und später zu verbrauchen.
4Welche Vorteile hat eine Solaranlage?
Der Einbau einer Solar- oder Fotovoltaikanlage wird vom Staat mit Fördergeldern unterstützt. Die Leistungen werden von der KfW-Bank zur Verfügung gestellt. Trotz der Anschaffungs- und Betriebskosten einer Solaranlage ist der selbst erzeugte Strom in der Regel immer günstiger als die Angebote der Grundversorger. Eine Einsparung von 15 bis 19 Cent pro kWh sind möglich. Da es sich beim Solarstrom um 100 Prozent ökologisch erzeugten Strom handelt, ist die Energieerzeugung auch besonders umweltfreundlich.
5Welche Größe sollte die Photovoltaikanlage haben?
Bei der Dimensionierung einer Solaranlage spielen viele Faktoren eine Rolle. Ausgangspunkt ist der Jahresstromverbrauch des Haushaltes. Nach oben hin ist die Dachfläche ein limitierender Faktor. Eine typische PV-Anlage kommt hierzulande auf eine Maximalleistung von 5 kWp bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch. Es gilt jedoch, bei der Planung auch zukünftige Faktoren mit einzukalkulieren.

Hier spielt die eigene Familienplanung mit hinein. Auch die Anschaffung eines Elektroautos, das möglichst in der eigenen Garage mit Solarstrom aufgeladen werden soll, erhöht den Bedarf entsprechend. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich hinsichtlich der Auslegung einer Solaranlage gleich an einen Fachmann wie z. B. einen Energieberater zu wenden.